Paul Drees
Das Buurnmuseum Nikolausdorf
In Nikolausdorf gibt es ein Museum?! Ja tatsächlich! Das Buurnmuseum des Oldtimerclub Nikolausdorf an der Oldenburger Straße auf dem Hof Meyer bei den Sportplätzen!

So oder ähnlich könnte eine Unterhaltung verlaufen. Ja, Nikolausdorf hat tatsächlich ein Museum. Das oben erwähnte Objekt des Oldtimerclubs Nikolausdorf. Nach seiner Gründung im Jahr 1995 hat der Oldtimerclub Nikolausdorf unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Franz Looschen zuerst ab dem Jahr 1998 in der Scheune auf dem Hof Meyer angefangen eine Sammlung aus dem ländlichen Leben auf den Bauernhöfen der Region aufzubauen. Dabei ging es nicht nur darum, alte Traktoren aufzuarbeiten und zu restaurieren, sondern auch Maschinen und Gegenstände der täglichen Arbeit auf den landwirtschaftlichen Höfen zusammenzutragen, damit sie erhalten bleiben. Schnell wuchs die Anzahl der Exponate und Geräte an. Bei den Exponaten handelte es sich nicht nur um landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, nein man konnte sich auch den Ofen einer alten Bäckerei oder die Einrichtung einer alten Gaststätte sichern. Dazu kam eine Vielzahl von kleinen und großen Gerätschaften aus dem landwirtschaftlichen Umfeld. Sei es eine große Anzahl von Jutesäcken, schon damals mit der Werbung der verschiedenen Landhandelsunternehmen, aber auch Kleingeräte aus Küche, Haus, Garten und Hof, die viele heute nicht mehr kennen, bzw. noch nie gesehen haben.

Die große Museumsscheune mit Backstube und alter Gastwirtschaft
Bei den landwirtschaftlichen Maschinen waren es neben Egge und Pflug auch eine stattliche Anzahl von verschiedenen Maschinen zur Getreideernte, so dass man an dieser Stelle auch die Weiterentwicklung von den ersten Mähbindern bis hin zu den ersten voll funktionsfähigen, selbstfahrenden, Mähdreschern zeigen konnte.
Über die Jahre wurde der Platz in Scheune, diese hatte zwischenzeitlich eine Dachsanierung erhalten, und Remise zu eng. Daher entschloss man sich im Jahr 2009 den auf dem Gelände befindlichen, nicht mehr in Nutzung befindlichen Schweinestall, zu einem Ausstellungsgebäude, umzubauen. Dabei wurde in einer baulichen Kraftanstrengung nicht nur der Stall von innen entkernt und neu aufgebaut, nein das gesamte Dach des Gebäudes wurde um ca. einen Meter angehoben. Dieser Museumsteil wurde dann im Jahr 2010 in „Betrieb“ genommen. Zusätzlich wurden an beiden Längsseiten des Stalls Schleppen angebaut, damit dort die verschiedenen großen und kleinen Maschinen, die mittlerweile in einer großen Vielfalt vorhanden waren, wetterfest untergestellt werden konnten. Nun war wieder ausreichend Platz auch die Maschinen der auch vielen kleinen bäuerlichen Betriebe zu zeigen. Schließlich gab es bei den Landmaschinenherstellern zwischenzeitlich ganze Produktionszweige, die sich ausschließlich mit der Entwicklung und der Herstellung von Maschinen für diese Art der Betriebe, beschäftigten.

Der „alte“ Schweinestall mit den verschiedenen Sammlungen und Themenexponaten
Im Gebäude wurden verschiedene Räume und Bereiche geschaffen, in denen jeweils ein Thema aus verschiedenen Lebensbereichen dargestellt wird. Da gibt es zum Beispiel ein Wohn- und ein Schlafzimmer aus der alten Zeit, aber auch ganz spezielle Räume wie eine Schmiede oder eine Holzwerkstatt. Es wurden zudem die Exponate nach Themen geordnet, beispielsweise Küchengeräte, aber auch Bekleidung, allerlei Geräte aus der Waschküche, die Ausstattung der alten Tierarztpraxis von Dr. Düker aus Garrel, die Teilausstattung der „Neuen Apotheke“ aus Garrel, eines Fachhandels für Sämereien, aber auch technische Geräte aus Haushalt, Freizeit und Büro der vergangenen Jahrzehnte werden gezeigt. Auch einige alte Fahrräder und Motorräder, zwei Pkw und weitere interessante Exponate, wie die alte Buchungsmaschine der Gemeinde Garrel, fanden ihren Platz im neuen Ausstellungsbereich. Und ganz wichtig, Teile der Ausstattung der alten Grundschule aus Garrel, die einst auf dem Dorfplatz in Garrel stand.
Eine zusätzliche Erweiterung des „Schweinestalls“ fand in den Jahren 2022 und 2023 statt, in dem der Stall verlängert wurde, um Großmaschinen unterzustellen. Hierzu gehören unter anderem auch eine mobile Dreschmaschine, noch aus Holz, die sich im Besitz des Museumsdorf Cloppenburg befindet, aber vom Oldtimerclub Nikolausdorf in „Schuss“ gehalten und bei Veranstaltungen im Museumsdorf vorgeführt wird.
Auch hier ist es eine besondere Aufgabe des Buurnmuseums und des Oldtimerclubs Nikolausdorf. Man will nicht nur die Geräte zeigen, sondern auch noch die tatsächliche Arbeit mit den Maschinen, wie sie in der „alten Zeit“ praktiziert wurde, zeigen.
Das Buurnmuseum Nikolausdorf zeigt eine Vielzahl von Gegenständen des bäuerlichen Alltags aus den vergangenen Jahren und sorgt dafür, dass diese für kommende Generationen erhalten werden. Ohne das Museum und Engagement des Oldtimerclubs wären viele der Exponate längst verloren gewesen.
Paul Drees